Neues Kombiinstrument – Öl für Caramel

Zuffenhausen legte in der Vergangenheit sehr viel Wert auf die Trennung der Modelle 987 und 997, obwohl sich die Modelle zumindest bis zur Türe (einschließlich) äußerlich sehr stark ähneln. Im Innenraum ist der Armaturenträger geändert, hier gibt es runde Luftausströmer für Boxster und eckige für Carerras. Der augenfälligste Unterschied ist allerdings das Kombiinstrument vom Carerra, das im Gegensatz zum Boxster, sowohl Öltemperatur als auch Öldruck darstellen kann. Und genau dieser feine Unterschied geht dem Caramelgutzele mächtig auf den Sack.

Insbesondere der Tatsache geschuldet, dass bei den DFI Motoren die Sensorik für Öldruck und Öltemperatur serienmäßig verbaut ist, dem Boxster die Anzeige jedoch aus markenpolitischen Gründen verwehrt wurde. Also liegt es doch nahe, das Kombiinstrument vom 997 in den 987 einzubauen und damit auch in den Genuss einer vollwertigen Anzeige zu kommen.

Einziges Manko an dieser Stelle sind die Arbeiten am Geräteträger, da das Kombiinstrument vom 997 naturgemäß größer ausfällt als das vom Boxster:

Also müssen links und rechts am Originalträger zwei Ausschnitte angefertigt werden. Erster Schritt: Mit dem PIWIS die Konfiguration vom aktuellen (alten) Tacho sichern. Dann Lenkrad abbauen, so kommt man am besten an die zu bearbeitenden Stellen heran. Danach die Abdeckung von der Lenksäule entfernen, die Blende vor dem Tacho nach vorne ziehen und die beiden Schrauben unterhalb vom Tacho entfernen. Dann kann das gesamte Instrument nach vorne gezogen werden. Um besser arbeiten zu können, empfiehlt es sich auch die Haube vom Geräteträger abzuschrauben. Man kommt dann deutlich besser in die Ecken. Anschließend beginnt die eigentliche Arbeit, das Ausfräsen der Aussparungen:

Beim Ausfräsen der Aussparungen darauf achten, dass der Lederbezug vom Geräteträger nicht beschädigt wird. Das Leder wird ja später wieder benötigt um die Konturen zu verdecken.

Erste Passprobe vom neuen Tacho:

Die Aussparungen sind jetzt groß genug, es beginnen jetzt die Feinarbeiten am Leder. Dies muss wieder glatt um die Kanten gelegt werden. Danach kann dann auch die Haube wieder montiert werden.

Die Blende vom Tacho wieder einklipsen und die Lenksäulenabdeckung festschrauben. Danach das Lenkrad befestigen und zur Probe die Batterie wieder anschließen.

Als letzte Arbeit muss dann noch die Konfiguration vom alten Tacho in das neue Gerät geschrieben werden. Insbesondere der km-Stand muss / sollte auf den korrekten Wert eingestellt werden. Diese Arbeiten funktionieren aber nur mit dem PIWIS, d.h. ein Porsche Zentrum oder eine Fachwerkstatt für Porsche mit entsprechender Ausrüstung kann diese abschließenden Arbeiten vornehmen.

Aber danach hat man die volle Kontrolle….

Was geht?

3,4L Hubraum mit 310 PS sollte doch eigentlich ausreichen? Ne? Was geht?

982 mit DKD Motor und 400 PS – so was wäre doch auch was für den Alten?

Also einen MA1.01 mit 3.8L Hubraum anpassen, aufbohren auf 4.0L und im Caramelgutzele verstecken?

Das wäre eigentlich das i-Dipfele für das Auto, sozusagen der Ritterschlag…

„Alles kein Problem, alles machbar. Nur eine Frage des Budgets“ sagt ein Porsche Spezialist aus der Gegend. Er muss es wissen, denn er hat schon einige Boxster auf die Weise umgebaut.

Was kommt nach Budget? Die Beschaffenheit vom 3,8L Rumpfmotor und hier erst mal einen brauchbaren finden. Luftfilterkasten, Drosselklappe, Ansaugtrakt, Anpassung Steuergeräte, Abgasstrang – viel Arbeit.

Aber 400PS oder einen Ticken mehr, bei 1300kg. Das reizt dann doch ungemein.

Warten wir ab, was die Suche nach dem „goldenen Ei“ bringt….

Servus Welt….

Ab hier geht’s los, das ist die Startlinie, Pole Position für Boxster.

Mit dem Februar 2009 kam der Anfang. Als Finne in Uusikaupunki gebaut, wurde das Caramelgutzele mit seinem Farbbruder in Zuffenhausen von der PAG als Presse- oder Vorführfahrzeug angemeldet.

Er sollte das Facelift der Baureihe 987 vorstellen – seine Bestimmung:
Hingucker. Zielgruppe: sportlich-elegante Kunden

Seine Ausstattung war dann auch so ausgewählt: keine Wünsche offen lassen. Alles was die Preisliste damals zu bieten hatte, wurde für die potentiellen Kunden verbaut. Und das macht auch heute noch extrem viel Spaß…

Nach dem Modellwechsel 2012 zum 981 wurde das Caramelgutzele „außer Dienst“ gestellt. Er wurde an das PZ Limburg verkauft, fand dort einen Käufer und lief 4 Jahre in Mitteldeutschland als Sommerauto.

Im Jahr 2016 kam der 987.2 dann wieder in die Heimat zurück und liebt seither die Straßen zwischen Weissach und Zuffenhausen.

Ab März 2019 wurde das Caramelgutzele dann in Höfingen bei TechArt umgebaut – das Fahrwerk wurde deutlich sportlicher ausgelegt, Stabilisatoren getauscht, Federn verkürzt, Spur verbreitert. Nicht für die Optik, sondern vielmehr für die Fahrdynamik. Und die ist jetzt für einen 987 wirklich ungeschlagen.

Stand heute: 170Tkm, täglich gefahren bei jedem Wetter, kein Rost, kein Ölverbrauch.

Schlüssel rum und los geht’s